Mehrgenerationenhäuser – Ein Begegnungsort für jedes Alter

Mehrgenerationenhäuser – unter diesem Begriff werden verschiedene Konzepte verstanden. In unserem Blogbeitrag “Mehrgenerationenhäuser – Co-Living mit jedem Alter” haben wir uns das Co-Living-Konzept, bei dem Menschen verschiedenster Altersklassen und ggf. auch Herkunft gemeinsam unter einem Dach leben, näher angeschaut. In unserem heutigen Blogbeitrag widmen wir uns dem Konzept der Mehrgenerationenhäuser als Begegnungsstätte für Jung und Alt.

Was wird unter einem Mehrgenerationenhaus als Begegnungsstätte verstanden?

Im Jahr 2006 startete das Bundesministerium für Familie ein Projekt mit dem Ziel, die Vorteile des traditionellen Co-Living Konzepts in unsere heutige Gesellschaft zu übertragen. Das Ergebnis stellen Mehrgenerationenhäuser in 540 Gemeinden und Stadtteilen in ganz Deutschland dar.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend definiert Mehrgenerationenhäuser als zentrale Begegnungsorte für Jung und Alt, in denen neue Formen des Miteinanders und der Gemeinschaft in einer Kommune gestaltet werden können. Heute gibt es in fast jeder Kommune mindestens eine solche Begegnungsstätte. Die Orte bieten den Menschen jeden Alters, jeder Kultur und Religion eine Möglichkeit zusammen zu kommen, sich auszutauschen und gemeinsam aktiv zu werden. Kreativangebote, Sport- und Freizeitaktivitäten, Beratungs- und Informationsangebote, Sprachkurse, Spielenachmittage, Kinderbetreuung und Kochkurse sind nur wenige Beispiele, wie Menschen sich begegnen, die im sonstigen Alltag kaum in ein Gespräch miteinander gekommen wären. In 170 Mehrgenerationenhäusern wird auch die Erwachsenenbildung durch Projekte zur Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen durch die AlphaDekade proaktiv unterstützt. Insgesamt stärken Mehrgenerationenhäuser somit ein nachbarschaftliches Miteinander innerhalb der Kommunen, fördern Solidarität und tragen gegen die Vereinsamung im Alter bei.

Vorteile von Mehrgenerationenhäuser

Der demografische Wandel stellt auch Gemeinde und Städte vor große Herausforderungen. Die Gesellschaft wird immer älter und gleichzeitig immer bunter. Obwohl wir in Deutschland so viele Menschen sind, sind viele (besonders Ältere) von Einsamkeit betroffen. Schicksalsschläge, Erkrankungen, Altersarmut, Migrationshintergründe oder abnehmende körperliche Mobilität stellen nur wenige Beispiele dar, die Menschen in soziale Isolation treiben. Betroffene brauchen Unterstützung, um die steigende Vereinsamung zu überwinden.  Es ist die Aufgabe von uns allen, soziale Isolation unserer Mitmenschen zu verhindern bzw. sie bei der Bewältigung ihrer Probleme bzw. ihrem Alltag zu unterstützen. Mehrgenerationenhäuser setzen genau hier ein und leisten einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft.

Zum anderen bieten Mehrgenerationenhäuser auch die Möglichkeit für Politiker und Entscheidungsträger in Erfahrung zu bringen, was die Menschen in der Kommune bewegt, was sie brauchen und wie sie unterstützt werden können. Die Begegnungsorte können als Sprachrohr derjenigen Menschen in unserer Gesellschaft sein, die sonst in den meisten Fällen ungehört bleiben. Somit können Mehrgenerationenhäuser die Bürgerbeteiligung stärken, Impulse geben und die (regionale) Sozialpolitik mitgestalten.

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Wie fördert der Bund die Mehrgenerationenhäuser?

Bis einschließlich 2019 wurden Mehrgenerationenhäuser jährlich durch 30.000€ vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und 10.000€ von den jeweiligen Kommunen gefördert. Die Kofinanzierung der Kommunen zielt dabei auf eine stärkere Einbindung der Mehrgenerationenhäuser in die Kommune und deren Rolle als kommunale Akteure gestärkt. Für das Jahr 2020 wurde der Bundeszuschuss um weitere 10.000€ erhöht, sodass in diesem Jahr sich die gesamte Fördersumme auf 50.000€ beläuft. Ab dem 1. Januar 2021 startet das Anschlussprogramm mit dem Namen “Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus: Miteinander – Füreinander”, welches in das gesamtdeutsche Fördersystem aufgenommen wurde. Ab 2021 beläuft sich demnach der Bundeszuschuss dauerhaft auf 40.000€.

Wer kann sich in Mehrgenerationenhäuser beteiligen?

Jeder kann teil eines Mehrgenerationenhaus werden. Ein Großteil Angebote in Mehrgenerationenhäuser sind offen für alle und laden jeden zum Mitmachen ein. Menschen die in eine fremde Gemeinde oder Stadt ziehen und dort niemanden kennen oder Menschen die sich aus sonstigen Gründen nicht zugehörig fühlen, lernen in solchen Begenungsorten schnell viele nette und aufgeschlossene Menschen in der Nachbarschaft kennen. Durch die zahlreichen Angebote wie Literaturkurse, Kreativveranstaltungen, beim Reparieren von Fahrrädern oder bei einer Tasse Kaffee und Kuchen können schnell neue Kontakte geknüpft und Freunde gewonnen werden. Die Angebote sind so verschieden und vielfältig, wie die zahlreichen Menschen, die sich in den Mehrgenerationenhäusern engagieren. Jeder hat die Möglichkeit sich aktiv einzubringen, eigene Talente zu entdecken, neues zu lernen oder gar komplett eigene Projekte umzusetzen.

Mehrgenerationenhäuser und Corona

Gerade in Zeiten von Corona steigt das Risiko der sozialen Isolation. Um die gesetzlichen Regelungen und Mindestabstände einzuhalten, aber dennoch ein Begegnungsort für Jung und Alt darzustellen, haben die Mehrgenerationenhäuser zahlreiche alternative Angebote geschaffen. Angebote wurden bspw. mithilfe von Instagram, Youtube und Zoom teilweise digitalisiert oder komplett nach draußen verlagert. Das Mehrgenerationenhaus Regenstauf entwickelte einen Ideenzauns als Informationsbörse, Dessau-Roßlau koordinierte das Nähen von Schutzmasken, Hoppegarten organisierte einen Kreativwettbewerb und in Schwäbisch-Hall und Seesen wurde ein Botendienste (z.B. Einkäufe) für Senioren auf die Beine gestellt. Auch das Bundesministerium stellte fachliche und finanzielle Soforthilfen zur Verfügung. Statt sich dem Virus geschlagen zugeben, zeigten die Mehrgenerationenhäuser wie soziales Miteinander auch in Krisenzeiten funktioniert.

Werde auch Du Teil eines Mehrgenerationenhaus!

Gehe dazu auf www.mehrgenerationenhaeuser.de und gib im Suchfeld deine Postleitzahl ein. Danach kannst du das Mehrgenerationenhaus in deiner Nähe auswählen und dich über die dortigen Angebote und die jeweiligen Öffnungszeiten informieren. Alles was du jetzt noch brauchst, ist Offenheit Neuem gegenüber und etwas Engagement. Wir wissen, der erste Schritt ist meist der schwerste, aber probier es mal aus, denn du weißt nicht, welche tollen Menschen du möglicherweise verpasst! 

Gemeinsam statt Einsam 🙂

Bis dahin, 
Jan & Thanh

Jan Weber
Thanh Pham

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