Generation Co-Living

Lange Zeit war das Leben in Wohngemeinschaften (WGs) in direktem Zusammenhang mit Studenten gestellt, die sich keine eigene Wohnung leisten können. Doch die Zahl der Menschen, die sich zwar eine eigene Wohnung leisten könnten, dies aber nicht wollen nimmt stetig zu! 

Aber was ist eigentlich Co- bzw. Shared-Living?

Co-Living ist das gemeinsame Zusammenleben in einem Haushalt von verschiedener berufstätiger Personen die nicht miteinander verwandt oder befreundet sein müssen. Der Haushalt kann dabei eine kleine einfache Wohnung bis zu einer großen Villa sein. Die Bewohner teilen sich Gemeinschaftszimmer wie Küche, Bad und Wohnzimmer. Oftmals arbeiten die Mitbewohner gemeinsam und teilen auch das Privatleben. Immer mehr Berufseinsteiger, Freiberufler, Gründer und Digital Nomads betreiben diese Art von Co-Living und Co-Working. Und das bemerken auch klassische Immobiliengesellschaften.

Einige Unternehmen haben mittlerweile den Co-Living-Trend und den Bedarf an geeigneten Flächen erkannt und vermieten nicht mehr ganze Wohnungen an Einzelpersonen, sondern vermieten direkt WG-Zimmer oder Apartments in Co-Living Häusern. Um das Co-Living angenehm zu gestalten, greifen verschiedene Anbieter auf spezielle Auswahlverfahren zurück, um möglichst miteinander matchende Mitbewohner mit ähnlichen Interessen etc. zu finden.

Einige Anbieter bieten ein breites Angebot für Co-Living. Dabei werden Gebäude von Anfang an auf die Bedürfnisse des Co-Living angepasst und konzipiert. Flächen sollten dabei modular gestaltet sein, sodass alles an die jeweiligen Bedürfnisse und Situationen angepasst werden kann. Allgemein wird sich die Nutzung von Gebäuden ändern. Einkaufsgelegenheit, Wohnen und Arbeiten in einem Gebäude gewinnt auch durch die steigende Bevölkerung in Großstädten an Bedeutung. Gleichzeitig veranstalten solche Anbieter Filmabende im hauseigenen Kino, bieten Gemeinschaftsräume wie eine Lounge, ein Fitnessstudio oder eine Dachterrasse an. Solche Einrichtungen bieten den Bewohnern die Möglichkeit ein effizientes Netzwerk aufzubauen. Die Wohnungen sind modern, flexibel und hochwertig eingerichtet, denn Komfort ist beim Co-Living wichtig. Auch schnelles Internet ist eine Selbstverständlichkeit bei Co-Living Spaces. Teilweise erhalten “Neuankömmlinge” eine richtige Einweisung in das Co-Living. Diese und weitere Maßnahmen haben das Ziel, das Co-Living für alle Beteiligten so angenehm wie möglich zu gestalten. Typische Stressfaktoren in WGs wie Ordnung und Sauberkeit werden durch einen, oftmals in der Miete enthaltenen, Reinigungsservice beseitigt.

Aber wer nutzt solche Co-Living Angebote?

Der Fokus liegt besonders auf einer jüngeren Zielgruppe, die durch Jobwechsel und sonstige Lebenseinflüssen öfters den Wohnortwechseln muss oder will und keine Büros benötigen. Sie brauchen meist kein festen Arbeitsplatz sondern können alles aus dem Home Office erledigen. Dies können beispielsweise Berufseinsteiger, Freiberufler, Gründer und Digital Nomads sein. Für diese Zielgruppe bietet ein Co-Living Space die Möglichkeit effektiv von Zuhause zu arbeiten und gleichzeitig nicht in den eigenen vier Wänden zu vereinsamen. Hinzu kommt der Austausch mit Gleichgesinnten, der die Kreativität und Motivation in vielen steigert. Dies ist auch ein Grund, warum die Zielgruppe bereits viel in Co-Working Spaces arbeitet. Co-Living erfreut sich besonders in Großstädten mit einer großen Gründerszene an Beliebtheit.

Luxus Co-Living hat seinen Preis

Die gewonnene Flexibilität und die beseitigten Stressfaktoren und die Annehmlichkeiten haben aber ihren Preis. Je nach Ausstattung, Lage und zusätzlichem Angebot variieren die Preise sehr stark. So kann ein Quadratmeter in einer hochwertig möblierten WG zwischen 20 und 50€ kosten. Bei 12 bis 14 Quadratmetern kann dies eine monatliche Miete von 500 bis 1000€ bedeuten. Dabei machen sich allerdings die professionellen Co-Living Anbieter auch zunutze, dass sie einen hotelähnlichen WG-Betrieb betreiben und somit Mietbegrenzungen für sie nicht zählen

Bisher finden sich in Deutschland nur begrenzt Möglichkeiten zum Co-Living. In Berlin gibt es beispielsweise das Quaters Co-Living  und Rent24 das weltweit Co-Living und Co-Working Spaces zur Verfügung stellt. Der aktuelle Trend zeigt, dass immer mehr Menschen nicht auf feste Arbeitsplätze angewiesen sind und dies auch nicht sein wollen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Freiberufler, die oft nicht alleine in den eigenen vier Wänden oder angemieteten Büros sitzen und arbeiten möchten, sondern lieber im Umfeld von Gleichgesinnten sind. Ein großer Vorteil von Co-Living Spaces ist das mögliche Netzwerk, dass sich jeder einzelne Aufbauen kann und daraus Ideen, Kreativität und Motivation schöpfen kann. Somit bieten Co-Living Spaces große wirtschaftliche Chancen für Immobilienunternehmen, die sie nicht ignorieren sollten.

Wie wohnst du so? Denkst du das Co-Living Konzept eignet sich auch für Paare oder Familien? 

Tschüss und bis nächste Woche,
Jan & Thanh

Jan Weber
Thanh Pham

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