Smart Mirror zum selber bauen – unser DIY-Projekt (Teil 2)

In der vergangenen Woche haben wir dir gezeigt, wie und mit welchen Materialien wir in 5 Stunden unseren Smart Mirror zusammengebaut haben. Leider ist es mit dem verknüpfen verschiedener Hardwarekomponenten noch nicht getan und die eigentliche Arbeit beginnt mit der Programmierung.

Nachdem wir den Smart Mirror erfolgreich zusammengebaut haben galt es nun ihn zu Programmieren. Dazu haben wir den Raspberry Pi wieder von dem Smart Mirror entfernt und an einen anderen Monitor, sowie an Maus und Tastatur angeschlossen. Nach dem der kleine Computer auch mit Strom versorgt wird, fährt dieser sofort hoch und die Programmierung kann beginnen.

 

Vorne weg muss aber der Rapsberry Pi eingerichtet werden.

Dazu benötigst du einen Computer und eine Micro SD Karte. Unsere Micro SD Karte war bereits bestandteil des Raspberry Pi Kits. Mit Hilfe eines Adapters haben wir die Speicherkarte an unseren Laptop angeschlossen. Danach folgt der Download des Betriebssystems Raspberry Pi OS. Dieses wird von Raspberry Pi selbst zum Download bereitgestellt. Wir haben uns dabei für die 32-bit Variante mit Desktop und empfohlener Software entschieden. Um das Betriebssystem zu entpacken und auf den Datenträger zu schreiben, benötigen wir noch das Programm Etcher, welches auch gedownloadet werden muss. Nach der Installation muss das zuvor gedownloadete Raspberry Pi OS sowie die Micro SD Karte als Zielort ausgewählt werden. Nachdem die Auswahl bestätigt wurde, startet die Übertragung des Betriebssystems. Nach wenigen Minuten kann die Micro SD Karte aus dem Computer entfernt und in den Raspberry Pi eingelegt werden.

Nachdem wir die SD Karte in den Raspberry Pi eingelegt haben, starteten wir zum ersten Mal den kleinen Computer und den daran angeschlossenen Mirror. Wir konnten das Display gut und deutlich durch den Einwegspiegel sehen. Nach dem der raspberry Pi hochgefahren ist folgt eine Willkommensmeldung und grundlegende Einstellungen. Neben Land, Sprache und Zeitzone, sollte auch ein Passwort und Bildschirmeinstellungen festgelegt sowie eine WLAN-Verbindung hergestellt werden. Mit einem Neustart ist der Raspberry Pi voll funktionsbereit und eine Software für den Smart Mirror kann gedownloadet werden.

 

Smart Mirror Software

Aktuell gibt es zahlreiche Softwaremöglichkeiten für einen Smart Mirror. Die wohl bekanntesten sind mirr.OS und MagicMirror². Beide haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Mirror OS bietet beispielsweise ein breites Spektrum an voreingestellten Anzeigemöglichkeiten, die der Nutzer durch wenige Klicks anpassen kann. MagicMirror² hat vergleichsweise wenige Vorinstallationen kann aber mit Hilfe etwas Programmiererfahrung um unzählige Module erweitert werden. Da wir bereits etwas Programmiererfahrung haben, ist die Entscheidung auf MagicMirror² gefallen. Um die Software zu Installieren folgt man einfach der Installationsanleitung auf der Website von MagicMirror².
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Die Installation von MagicMirror² beginnt mit der Implementierung der folgenden Codes:

  • curl -sL https://deb.nodesource.com/setup_10.x | sudo -E bash –
  • sudo apt install -y nodejs

Um die Software auf dem Raspberry Pi zu installieren muss der Terminal auf dem Raspberry Pi Desktop geöffnet werden und die Installations Cods nach und nach eingefügt werden. Jeder Code-Schnipsel muss mit drücken der Enter Taste bestätigt und ausgeführt werden. Wurde die Installation vollständig durchgeführt, wird der Vorgang mit einem Neustart abgeschlossen. Nach dem Neustart kann die Software mit der Eingabe des Codes “npm run start” in das Terminal gestartet werden. Daraufhin öffnet sich die Software und das gesamte Display wird schwarz. Verteilt auf dem Display erscheinen die voreingestellten Module, wie z.B. das Wetter oben links und ein Kalender der Amerikanischen Feiertage darunter. In der Mitte im unteren Bereich des Displays erhält man nett Komplimente. Es hat bis dahin alles super und ohne Probleme funktioniert.

Der nächste Schritt ist die Einrichtung des Spiegels. Dazu muss man sich zuerst überlegen, welche Informationen man eigentlich alle auf dem Smart Mirror angezeigt bekommen möchte. Dabei gibt es unzählige vorgefertigte Module, die einem einen Überblick geben, was alles Möglich ist. Wir haben dazu die folgende Übersicht auf GitHub verwendet. Zu jedem Modul in der Übersicht, kann durch Klick auf den jeweiligen Namen eine Installationsanleitung abgerufen werden. Diese besteht wie die MagicMirror²-Software aus Codes, die an der richtigen Stelle im Terminal des Raspberry Pis implementiert werden müssen. Mit etwas Programmierkenntnissen, kann man auch selbst leicht bestehende Module auf seine eigenen Bedürfnisse anpassen. Für die Programmierung eigener Module bedarf es dann aber eher umfangreichen Kenntnissen.

Wir haben uns dazu entschlossen, dass wir das aktuelle Wetter und die Vorhersage für die nächsten Tage in Berlin, die E-Mails der Smart WG sowie eine Übersicht über die eingeschalteten Lampen in der WG haben wollen. Für die Wetteranzeige haben wir das vorinstallierte Modul “Currentweather” und das Modul “MMM-RBB-Weather” genutzt. Currentweather haben wir im Code der config.js Datei um die ID von Berlin angepasst. Durch Eingabe des Codes “sudo nano /MagicMirror/config/config.js” im Terminal des Raspberry Pis gelangt man direkt in die richtige Datei. Dort finden sich alle Module aufgelistet und die Stadt-ID kann einfach im Modul Currentweather angepasst werden. Bei der Installation von “MMM-RBB-Weather”, “MMM-Hue” für die Lampen und “MMM-GmailFeed” für unsere Mails sind wir komplett, den bei GitHub beschriebenen, Installationsanleitungen gefolgt. – Ohne Probleme.

Des Weiteren haben wir auch den RSS-Newsfeed der Tagesschau, aktuelle Rezepte von Chef-Koch und die Titel der aktuellsten Smart WG Beiträge auf unserem Smart Mirror implementiert. Dazu haben wir ein vorinstalliertes Modul auf unsere Wünsche angepasst.

 

Jan und Smart Mirror

Insgesamt sollte man bei der Auswahl von Modulen auf die Aktualität achten. Teilweise haben wir mehrere Stunden versucht einzelne Module zu installieren. Durch fehlende Verbindungen zu Datenbanken, die sich über die Zeit geändert haben , aber im Code des jeweiligen Moduls nicht angepasst wurden, können wir einige Module nicht nutzen, auch wenn wir sie sehr gerne auf unserem Smart Mirror gesehen hätten. Letztendlich haben wir zahlreiche Stunden mit dem Coden von Modulen verbracht, die am Ende leider nicht oder nicht richtig funktioniert haben. Der Aufwand und die Zeit für die Installation kann von Modul zu Modul sehr unterschiedlich sein. Beispielsweise war die Installation von MMM-Hue viel aufwändiger und hat um einiges mehr Zeit beansprucht, als das Modul MMM-GmailFeed

RemoteControle ?

Das gibt’s natürlich auch und natürlich auch alles über den Raspberry Pi verbunden. Über eine Schnittstelle zwischen dem Spiegel und einem Endgerät soll man ganz leicht, z.B.  per Smartphone, bestimmte Module an- und ausschalten können. Das könnte ganz nützlich sein, wenn man sehr viele verschiedene Module auf dem Smart Mirror installiert hat und hin und wieder gerne mal bequem austauschen möchte. Bei uns ist es auf dem Spiegel noch recht übersichtlich. Doch wenn zukünftige noch mehr hinzukommt, fügen wir auch da eine Schnittstelle hinzu.

Fazit

Wir haben letztendlich zwei komplette tage für den Bau und die komplette Einrichtung des Smart Mirrors gebraucht. Diese zwei Tage haben sich aber ausgezahlt. Der Smart Mirror ist bei uns permanent in Betrieb und ein hingucker für jeden WG-Besucher. Es hat richtig viel Spaß gemacht den Spiegel zu bauen und auch das Programmieren. Das Try & Error Prinzip war spitze. Hat etwas nicht funktioniert, haben wir einen anderen Weg gesucht und meistens nach einiger Zeit auch gefunden. Insgesamt haben wir etwa 200€ für unseren Smart Mirror ausgegeben und wir sind uns einig, diese Investition würden wir jederzeit wieder tätigen. Zukünftig werden wir regelmäßig nach neuen modulen und Implementierungsideen ausschau halten und den Spiegel von Zeit zu Zeit anpassen.

Wäre so ein Smart Mirror auch was für euch? Und welche Module würdet Ihr bei eurem Smart Mirror implementieren?

Wir sehen uns auf der anderen Seite, 
Jan & Thanh

 

Jan Weber
Thanh Pham

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