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Digitalisierung? Das macht doch jeder!

Digitalisierung? Das macht doch jeder!

v.l.n.r. Timo Hackl, Michael Sarbacher, Daniel Michelis, Angelina Fritsch, Ben Weigend

Geht es heute um Digitalisierung, kann es der ein oder andere vielleicht schon nicht mehr hören. Digital vs. analog, automatisch vs. manuell oder sogar schnell vs. langsam. So ziemlich jeder hat auf die ein oder andere Art schon mit dem Thema Digitalisierung zu tun gehabt. Und ja, in vielen Branchen ist es tatsächlich Dauerthema. Es geht um Vernetzung, Verbesserung der Leistungen, Effizienzsteigerung, darum den Anschluss nicht zu verlieren, wettbewerbsfähig zu bleiben und vieles mehr. Aber ist Digitalisierung inzwischen nicht nur noch ein Buzzword, ein loser Oberbegriff, der die Mühen der Technik-Unternehmen und produzierenden Industrie zusammenfasst?

Nein! sagen wir und wollen dir in diesem Beitrag zeigen, wie man mit diesem schwer zu fassenden Themenblock umgehen kann. Dazu sprechen wir über die “Schlüsselfaktoren der Digitalisierung” und darüber, wie sie genutzt werden können. Außerdem reisen wir gemeinsam zurück in den Januar 2020 und besuchen einen Digitalisierungs-Workshop und werden sehen, dass sich die Digitalisierung auf viel mehr Bereiche erstreckt, als man auf den ersten Blick vermutet.

Storytime – Digitalisierung ist keine Zier

Am 13. Januar 2020 hatte ich die Möglichkeit gemeinsam mit einem Team vom Institute of Electronic Business e.V. (IEB) einen Workshop zur Digitalisierung zu besuchen. Teilnehmer des Workshops waren die Mitarbeiter, sowie die Geschäftsleitung eines Unternehmens aus Sachsen. Ziele der Veranstaltung waren unter anderem herauszufinden, wie die Digitalisierung zukünftig genutzt werden kann, um nachhaltig davon zu profitieren, und wie die Vernetzung der einzelnen Standorte verbessert werden kann. Ich war zu dieser Veranstaltung eingeladen, um gemeinsam mit einer Kollegin eine “junge Perspektive” einzubringen und vorzustellen, welche neuen Technologien in vergleichbaren Firmen eingesetzt werden.

Ich war davon überzeugt unsere Ansätze würden den Teilnehmern völlig neue Wege aufzeigen. Nach unserem kurzen, aber bunten Vortrag kamen wir gemeinsam darüber ins Gespräch. Die von uns mitgebrachten Themen wie z.B. einzelne aktuelle Technologien, stellten sich nach kurzer Zeit bereits als bekannt oder sogar schon im Einsatz heraus. Somit konnten wir im nächsten Schritt gleich tiefer in den Bereich „Digitalisierung“ einsteigen.

‚Das ist ja nichts besonderes‘, mögen sich manche jetzt vielleicht denken. Sicherlich vermutet aber niemand, mit wem wir den Workshop duchführten. Nicht etwa ein Betrieb aus dem produzierenden Gewerbe, sondern ein Kulturbetrieb! Die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) verwaltet zahlreiche Kulturstätten und historische Standorte in Sachsen. Sie betreiben Museen, Parks, Schlösser, Burgen, etc. Wie kommt es nun, dass ein Unternehmen wie dieses, derart gut mit den Aspekten der Digitalisierung vertraut ist? Schließlich hat ein Verwalter von Kulturstätten doch denkbar wenig mit dieser Entwicklung zu tun. Ist dieses umfangreiche Wissen über die Digitalisierung also eine Ausnahme und eigentlich den Technologiefirmen vorbehalten?

Abermals sagen wir: Nein! Diese kurze Anekdote ist nur ein Beispiel von vielen. Aber es zeigt, wie selbstverständlich es heute ist, sich mit digitalen Themen auseinanderzusetzen. Obwohl es heutzutage normal ist, sich mit den Möglichkeiten zu beschäftigen, wie die Digitalisierung sinnstiftend eingesetzt werden kann, hatte ich ein derart umfangreiches Vorwissen in dieser Branche nicht erwartet. Die SBG macht aber vor, wie selbst solche Orte den Anforderungen unserer Zeit gerecht werden können. Der sächsische Kulturbetrieb ist genauso vom technischen Fortschritt und dem steigenden Grad der Digitalisierung betroffen, wie alle anderen auch, der Unterschied besteht nur am engagierten Einsatz!

Die Digitalisierung ist ein gesellschafts- und branchenübergreifender Prozess, der die meisten Bereiche unseres Lebens erreicht hat, selbst solche, die wir nicht vermuten. Sie ist deshalb nicht fälschlicherweise als ein vorübergehender Trend zu verstehen, sondern als eine Entwicklung, die uns alle unweigerlich betrifft. So oft der Begriff in den letzten Jahren verwendet wurde, so bedeutend ist er auch, und das nach wie vor.

Schlüsselfaktoren der Digitalisierung

Angesichts dieser Entwicklung, entstehen aber nun einige Fragen: Wie soll man damit umgehen? Wie kann man sich den vielfältigen Herausforderungen annähern? Was sollte zuerst ‘digitalisiert’ werden?

Eine Möglichkeit sich diese Thematik zu erschließen stellen die “Schlüsselfaktoren der Digitalisierung” dar. Der Inhalt der gleichnamigen Studie beschreibt die wichtigsten Trends und Faktoren, die die Digitalisierung beeinflussen und strukturiert den abstrakten Begriff in mehrere, nachvollziehbare Einzelteile.

Gegliedert in die Bereiche Technologie, Kommunikation, Gesellschaft & Politik, sowie Wirtschaft & Arbeit werden in der Studie alle wesentlichen Faktoren benannt, die die Digitalisierung beeinflussen. Die Schlüsselfaktoren der Digitalisierung können helfen das Thema Digitalisierung zu strukturieren und die relevanten, von den irrelevanten Aspekten zu trennen. Nicht alle Organisationen sind im gleichen Maß betroffen und je nach Unternehmen, haben die Schlüsselfaktoren verschiedene Prioritäten. Auch im Workshop mit SBG wurden sie angewandt, um die relevanten Teilaspekte zu identifizieren und die Richtung für das zukünftige Vorgehen zu bestimmen.

Zusammenfassend können wir sagen: Die Digitalisierung begleitet uns schon einige Zeit lang und wird es voraussichtlich auch noch in der Zukunft. Auch wenn der ein oder andere den Begriff nicht mehr hören kann, müssen wir akzeptieren, dass uns diese Entwicklung weiterhin begleiten wird. Die gute Nachricht ist aber, dass wir heute Möglichkeiten und Strategien kennen, um besser mit der Digitalisierung umzugehen. Deshalb sollten wir uns alle ermutigt fühlen, und uns besser früher als später damit auseinanderzusetzen.

Stay digital,

Ben